
Die aktuelle Marktlage ist geprägt von einer Mischung aus Entlastungssignalen und anhaltenden Risiken. Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt angespannt – solange die Strasse von Hormuz blockiert ist, halten die erhöhten Energiepreise den Inflationsdruck aufrecht und verzögern die erhofften Zinssenkungen der US-Notenbank. Die amerikanische Notenbank zeigt sich entsprechend vorsichtig und betont, ihre Entscheidungen datenabhängig zu halten. Die Märkte bewegen sich damit zwischen Hoffnung auf Deeskalation und Sorge vor neuen Belastungen – womit die Strasse von Hormuz zur kostspieligsten Engstelle der Weltwirtschaft wird und diesem Brief seinen Namen gibt.
Die meisten Aktienmärkte haben die zu erwartende Deeskalation vorweggenommen und handeln nahe ihrer historischen Höchststände. Vor allem die Technologiewerte haben sich ausgezeichnet entwickelt, während defensive Branchen wie Nahrungsmittel und Pharma, wichtige Treiber des Schweizer Aktienmarktes, noch etwas hinterher hinken.
Aktuell läuft die Berichtsaison für das 1. Quartal 2026 und das Augenmerk liegt weniger auf den durchaus positiven Resultaten als vielmehr auf dem Ausblick auf den Rest des Jahres. In den meisten Fällen sind die erwarteten Einbussen überschaubar, eine Ausnahme stellt der Flughafen Zürich dar, wo aufgrund des Kerosinmangels im Sommer bis zu 20% der Flüge ausfallen könnten. Wir haben die ganze Position im BVG nach der Zahlung der Dividende zu guten Preisen verkauft, behalten den Titel jedoch für einen späteren Wiedereinstieg zu tieferen Kursen im Auge.

VZ Holding AG CEO, Giulio Vitarelli
Von den zahlreichen Meetings mit CEOs möchten wir folgende hervorheben. VZ Holding hat solide Zahlen für das Jahr 2025 kommuniziert, allerdings ist die Rendite der verwalteten Vermögen im 2025 mit rund 6% vergleichsweise bescheiden gewesen.
Der Aktienkurs der Partners Group ist schon seit einiger Zeit unter Druck, obwohl die Geschäftszahlen durchaus positiv ausgefallen sind und die Dividende um fast 10% auf CHF 46.00 angehoben wurde. Hinter den Verkäufen steht ein amerikanischer Shortseller, Grizzly Research, dessen Aussagen von Partners Group bestritten werden. Marcel Erni, einer der drei Firmengründer, konnte uns glaubhaft darlegen, dass Partners Group in den Problemfeldern Software und Private Credit im Branchenvergleich wenig exponiert ist. Unterstrichen werden seine Aussagen durch kontinuierliche Insiderkäufe seitens der Geschäftsleitung und der Gründungspartner.
Der CEO von Helvetia Baloise, Fabian Rupprecht, erwartet substantielle Synergie-Effekte aus der kürzlich erfolgten Fusion und entsprechend bedeutend höhere Dividenden und Aktienkurse. Noch sind die Analysten nicht restlos überzeugt, aber aus unserer Sicht überwiegen die Chancen die Risiken.
Zusammenfassend haben wir aktuell rund 6-7% Liquidität in den Commit Funds für allfällige Opportunitäten und die Rendite seit Jahresanfang liegt bei rund 2%. In unseren BVG-Portfolios beträgt die aktuelle Performance rund 2.5%. Hier haben wir die Goldpositionen nach dem starken Anstieg aufgrund regulatorischer Vorschriften auf 5% reduziert und die Immobilienaktien nach guten Gewinnen und nach Mitnahme der Dividenden verkauft, da wir diese aktuell für überbewertet halten.